DIE MODELLE. DIE HISTORIE. DER GRÜNDER. DAS AKTUELLE DIE ANDEREN.
AUSSTELLUNG 2008 D x x
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 Der Gründer & sein Lebenswerk   

 

So lernten ganze Generationen Wiking kennen - die Modelle brillierten durch Authentizität. Friedrich Peltzer agierte stets im Hintergrund. Seine Wiking-Philosophie, die bis heute Gültigkeit besitzt, legte von Beginn an großen Wert auf den Realitätsbezug seiner Miniaturen – Wiking sollte stets Lebensnähe dokumentieren.


   
 Idealist,  Unternehmer & Selfmademan:
Mit Modellbau-Pionier Friedrich Pelzer wurde
Wiking zum Synonym für Automodellbau

ER WAR DER MENTOR der Wiking-Modelle, ein Pionier des Autominiatur-Maßstabs 1:87.  Friedrich Peltzer, der am 20. November 1981 78jährig im Klinikum Steglitz verstarb, hatte das wohl unschätzbare Glück, seine Liebe zu Modellen, seine Faszination für Miniaturen zum Beruf, ja gar zur Berufung zu machen. Dabei war er zeitlebens Unternehmer - und zum Start seiner beruflichen Laufbahn Ende der 20er-Jahre noch meilenwert vom Modellbau entfernt. Als Publizist gründete er nach dem Biologie-Studium den Verlag "Das Tier" in Berlin und gab bis zur Miitte der 30er-Jahre die gleichnamige Monatszeitschrift heraus. Es waren schöngeistige Geschichten und großformatige Fotografien von Tieren. Sie eigneten sich immer wieder, um in rund einem Dutzend unterschiedlicher Bildbände veröffentlicht zu werden.

Das Stammhaus von Wiking seit den 30er-Jahren. Hier gestaltete Friedrich Peltzer sein Lebenswerk.

DOCH FRIEDRICH PELTZER fand als Publizist keine berufliche Erfüllung. Noch vor dem Verkauf seines Verlages besann er sich  früh in den 30er-Jahren auf das, was er in seiner Kindheit an der Kieler Förde am liebsten tat: den Nachbau der ihn beeindruckenden Schiffen. Profunde Kenntnisse der Seefahrt besaß er, jene für den Bau der Modelle erwarb er sich durch vielfältige Versuche. Zweifellos war er der entscheidende Multiplikator des heute weltweit gültigen Maßstabstabs 1:1250 für jene Schiffslinienmodelle, die das Schiff ausschließlich oberhalb der Wasserfläche abbilden. Der Erfolg kam selbst für ihn überraschend: Ende der 30er-Jahre zählten die Schiffsmodelle von Wiking zu den Umsatzbringern in den Geschäften des ganzen Landes. Es kamen Flugzeuge hinzu, auch die ersten Verkehrsmodelle. Sie erschienen im Maßstab 1:200 und waren wie die Schiffsminiaturen aus Metall gegossen.

NACH DEM zweiten Weltkrieg gestaltete sich der Wiederaufbau schwieriger denn je. Schiffsmodelle und Flugzeuge waren im entmilitarisierten Deutschland unerwünscht. Doch Friedrich Peltzer kämpfte für sein Lebenswerk, für den Modellbau. So startete schon 1948 das Programm der heute legendären Wiking-Verkehrsmodelle. Der Wiking-Chef baute seinen Standort in der Ende der 30er-Jahre bezogenen Backsteinvilla in Berlin-Lichterfelde wieder auf, setzte aber zugleich auf eine Zweigstelle im niedersächsischen Buer. Dort wurden zunächst Schiffe, dann aber auch die Drahtachser gebaut. 1953 verlagerte der Wiking-Gründer die Produktion zurück nach Berlin. Eine weitere Zweigstelle wurde indes in Kiel geschaffen, wo die Schiffsmodelle immer wieder mit neuen Leben erfüllt wurden, aber zum Bedauern Peltzers nie die nachhaltige Marktdurchdringung fanden.

FRIEDRICH PELTZER war ein Mann der Tat. Er scheute die Öffentlichkeit, selbst auf der so wichtigen Spielwarenmesse in Nürnberg wurde er so gut nie gesehen. Bis in die späten 60er-Jahre hinein lebte er das Jahr über fernab der Produktion in Malente, kam nur zum Herbst zur Messevorbereitung zurück nach Berlin. Erst nach dem Tod seiner Frau Hedwig zog es in zurück in die geteilte Stadt. Hier lebte er "Unter den Eichen 101" auf wenigen Quadratmetern im oberen Teil des Stammsitzes. Gern suchte er das Gespräch mit den Sammlern, in denen er immer wieder neue Impulse für die Neuheiten der nächsten Jahre fand. Zeitzeugen erlebten ihn als einen fürsorglichen Unternehmer, der aber lieber den Modellen, als den Zahlen zugetan war. Ohne ihn und seine nicht ideell geprägten Entscheidungen lief nichts.

Heute legendär - Wiking-Spielzeug aus den ersten Nachkriegsjahren: Die Arche mit der Familie Noahs und den Tieren.

SO WAR nach dem Ableben die Wiking-Zukunft vorübergehend ungewiss - einer immer wieder aus seinem Bekanntenkreis angemahnten Nachfolgeregelung hatte er sich bis zuletzt verschlossen. Er hing an seinem ganz persönlichen Lebenswerk. Die Sieper-Werke folgten dieser Philosophie vorbehaltlos und erinnerten im Jahr 2003 mit einer Themen-Trilogie anlässlich des 100. Geburtstages an das einmalige Lebenswerk Friedrich Peltzers. ©wiking-story.de

Schiffsmodelle von Wiking wurden von Beginn an von Reedereien als Werbemodell oder Erinnerungspräsent auf dem Seeschiff genutzt.

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