DIE MODELLE. DIE HISTORIE. DER GRÜNDER. DAS AKTUELLE. DIE ANDEREN.
Die Schiffe. Die Verkehrswelt. Die Berliner Villa. Die Zeit in Buer.


  
 Der Modellbau-Beginn mit Schiffslinien-Miniaturen    

 


Die Spielidee funktionierte seit Beginn der Serie mit Wiking-Schiffsmodellen: Aus seiner ganz persönlichen Leidenschaft für die Seefahrt entwickelte der Wiking-Gründer Friedrich Peltzer in den 30er-Jahren das Gesamtprogramm. Dazu zählte auch eine Seekarte, die das nautische Verständnis nachhaltig förderte.

 


   
 Die Illusion der Seefahrt in 1:1250
Schiffslinienmodelle brachten
Wiking schnellen Geschäftserfolg

DIE IDEE WAR von Beginn an genial. Vielleicht auch etwas verträumt. Auf jeden Fall besaß sie visionären Planspielcharakter. Der Tisch diente als Meer und die Schiffe sollten in ihrer modellbauerischen Form nur oberhalb der Wasserfläche realisiert werden – Schiffslinienmodelle also, die einfach stehen konnten und gut von Hand zu führen waren. Sie prägten den Markennamen Wiking vor 70 Jahren!

 

 Der Traum vieler Jungen: Im Pappkarton verbirgt sich eingepackt in Seidenpapier das Wiking-Modell, ein schweres Metallschiff mit filigranem Anstrich im Maßstab 1:1250.
©wiking-story.de

 


MITTE DER 30er-Jahre ergriff Friedrich Peltzer die Initiative. Er hatte seinen Verlag „Das Tier“ nach mehrjähriger Tätigkeit verkauft, fungierte weiterhin als Herausgeber seiner Monatszeitschrift und kümmerte sich in seinen angestammten Verlagsräumen an der Dahlemer Straße in Berlin um die Herstellung der ersten Schiffsmodelle. Den Maßstab 1:1250 hatte er präzise errechnet – die Modelle wirkten in dieser Darstellung authentisch, dennoch detailreich und blieben spielerisch reizvoll. Der Weg von Wiking-Modellbau war vielen Unkenrufen zum Trotz vorgezeichnet und von raschem Erfolg gekrönt. In den ersten Jahren produzierte er die Metallmodelle in behelfsmäßigen Formen, verfeinerte die Technik immer weiter. Reichlich angehäufte Literatur, die nautische Erfahrung und das Wissen von Friedrich Peltzer halfen beim Stapellauf der ersten Schiffslinienmodelle. Es sollten mehr und mehr werden, denn die Nachfrage wuchs von Mal zu Mal.

AUF DEN Leipziger Messen Ende der 30er-Jahre war Wiking begehrt und auch die Fachpresse stimmte ein in die Goodwill-Resonanz. Immerhin: Miniaturmodelle gab’s bis dahin nicht, eine neue Spielidee war geboren. Und daran verdiente schließlich auch der Handel. Für militärische Schulungszwecke der Marine nutzte man sie ebenso wie fürs Spiel daheim. Bis in die 40er-Jahre hinein boomten die Wiking-Schiffe, die längst zum respektablen Vollsortiment geworden waren. Alle Schiffstypen – vom Tanker bis hin zum Kreuzfahrtdampfer – waren vertreten. Und selbst Hafenanlagen aus Holz konnten im Karton quasi als Baukasten gekauft und mit Einzelteilen ständig erweitert werden. Wiking-Schiffsmodelle wurden zum Systemspielzeug.

 

Die Spielwelt der Seefahrt - auch eine Hafenanlage aus Holz zählte dazu. Mini-Züge, die wie die Schiffsmodelle aus Metall gegossen waren, schafften eine realistische Szenerie.
©wiking-story.de

 


      Zivile Schiffe sollten Aufschwung bringen

NACH DEM Krieg waren die militärischen Schiffe passé, Wiking produzierte die ersten zivilen Seeschiffe. Friedrich Peltzer wollte anknüpfen an den Vorkriegserfolg, doch die Nachfrage stellte sich nur behutsam ein. Das alliierte Deutschland der Nachkriegsjahre hatte sich verändert – längst hatten andere Reize die Jungen begeistert. Die Motorisierung setzte ein. Autos entfachten eine neue Faszination.

1960 VERSUCHT Wiking im Schiffsmodell einen Neuanfang. Die Schiffsmodelle liegen Friedrich Peltzer besonders am Herzen. Und er mag von dieser maritimen Modellidee, die ihm eine unternehmerische Zukunft gab, nicht lassen. In seinen Zeilen an die Modellenthusiasten spricht er von „schönen Erinnerungen“ an Wiking, die fortan wieder lebendig werden sollten. „Der erstrebte Fortschritt vom Spielmodell zum echten Modell ist erreicht“, stellt Peltzer fest, der sich selbst als „Schöpfer und erster Liebhaber“ der Wiking-Modelle sieht. Sein Grundsatz „gut oder gar nicht“, so gab er unumwunden zu, sei kaufmännisch nicht immer richtig gewesen, aber die Richtschnur für sein Handeln geblieben. Zu diesem Zeitpunkt ist der Wiking-Maßstab 1:1250 längst international akzeptiert und die Zahl der Wettbewerber größer denn je. Das Sammeln von Schiffsmodellen bleibt in Deutschland aber weitgehend Kleinserienherstellern vorbehalten – die Zukunft im nationalen Fachhandel gehört den Wiking-Verkehrsmodellen. ©wiking-story.de

 

 

      Hamburger Sonderschau historischer Meilenstein
       für den Maßstab 1:1250 der Schiffslinienmodelle


DAS MUSEUM für Hamburgische Geschichte setzte mit einer historischen Ausstellung Zeichen: Im Winter 2004/2005 begeisterte über Monate die Sonderschau «Die große Welt der kleinen Schiffe» die zahlreichen Gäste. Erstmals gab das Museum für Hamburgische Geschichte einen umfassenden Überblick über den Schiffsmodellbau im Maßstab 1:1250 – im Mittelpunkt natürlich Wiking.

KEINER KONNTE es besser wissen, als Peter Tamm. Diese speziellen Schiffminiaturen für die „Seefahrt im Wohnzimmer“ begeisterten Kinder und Erwachsene gleichermaßen bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts und zählten nach seinen Worten heute einen weltweiten Anhängerkreis von weit mehr als einer halben Million Sammler. Peter Tamm vom Wissenschaftlichen Institut für Schifffahrts- und Marinegeschichte in Hamburg zählt den renommiertesten Sammlern von Wiking-Schiffen – sein erstes Modell stammte aus den Berliner Modellbauwerkstätten..

DIE HAMBURGER Ausstellung suche, so Tamm bei der Eröffnung, auch international ihresgleichen. Der Experte, der selbst die größte Schiffsmodell-Sammlung Deutschlands besitzt, bezeichnete den speziellen Modellmaßstab 1 zu 1250 als ideale Voraussetzung, Seefahrtshistorie komplex dazustellen und vor allem Kinder für Geschichte zu begeistern. Der Maßstab 1:1250 wird heute noch durch 35 Produzenten, unter ihnen 14 Serienhersteller, am Leben gehalten.
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