DIE MODELLE. DIE HISTORIE. DER GRÜNDER. DAS AKTUELLE. DIE ANDEREN.
D Faszination Diorama Modellbau heute. Messe-Report 2007


  
 Wiking "made in Germany"   

 


Der die Luxus-Karosserie in 1:87: Der Phaeton - im Original aus der Dresdener Manufaktur - wartet in der Berliner Manufaktur auf die Montage. Zuvor wurde jede einzelne Karosse per Hand für den Druck vorbereitet und anschließend in Reih' und Glied aufgereiht. Alle Fotos:
©wiking-story.de

 


   
 DER AKTUELLE BLICK HINTER DIE KULISSEN
Beim Modellbau ist auch heute
Handarbeit nicht zu ersetzen

Start in Tempelhof: Für jeden Besucher gab's am 30. August 1986 einen Berliner Stadtbus. ©wiking-story.de

EIN SCHÖNER Sonnentag. Bei Wiking im Hof strahlen die weißen Fassaden. Die Industriestraße 1-3 in Tempelhof erscheint schlicht und zweckdienlich. So hatte man in den 60er-Jahren eben gebaut. Nur ein kleines Schild am Haupttor gibt einen kleinen Hinweis, dass hier ein traditionsreiches Haus arbeit: Wiking-Modellbau!

 

Seit 1986 entstehen in der Industriestraße in Berlin die Wiking-Modelle. Trotz High-tech ist beim Bau der Miniaturen die Handarbeit durch nichts zu ersetzen. Die Produktion ist sehr personalintensiv.

 

ALS DIE SIEPER-WERKE vor der Wende in der geteilten Stadt eine Immobilie suchten, um das Unternehmen für die Zukunft aufzustellen, war in Berlin der Platz ziemlich rar. Erst nach intensiven Gesprächen mit dem Berliner Senat gab’s dann den Zuschlag für das Gelände mit Verwaltung und Hallenkomplex – immerhin sicherte Wiking auf lange Zeit erhebliche Arbeitsplätze. Ein einstiger Spirituosenbetrieb hatte seine Niederlassung aufgegeben, genügend Raum für die Modellproduktion der Zukunft!

IN DER VERWALTUNG, wo Produktionsplanung und Konstruktion arbeiten, ist an diesem Vormittag gewohnte Hektik. Die Neuheiten-Auslieferung steht in wenigen Wochen an, so dass die letzten Modelle fertig gestellt werden müssen. Als sich die Türen der Konstruktion öffnen, erlischen im gleichen Moment die Bildschirme. Verständlich. Alles topsecret! Hier wird seit Jahren zeitgleich mit der Serienvorbereitung der großen Hersteller auch an den Miniaturen gearbeitet. Dann aber doch viele interessante Hintergründe: Das Gespräch mit den erfahrenen Modellbauern ist wie eine Einführung in dreidimensionales Konstruktionsdesign. Und noch etwas mehr. Die Karosse des Kaelble dreht sich am Bildschirm um die eigene Achse, bevor sie einen Blick nach innen zulässt. Anders als bei den aktuellen Miniaturen, bei denen die Original-Konstruktionsdaten der 1:1-Fahrzeughülle vorliegen, müssen die Wiking-Konstrukteure beim Klassiker das Modell völlig neu entwickeln – von der Bemaßung bis zur Feinkorrektur der Dimensionen.

 

 

Stahl, der Träume wahr macht: Im Werkzeugbau werden die Formen nicht nur gebaut, sondern auch regelmäßig gewartet. So ist der Qualitätsstandard langfristig gesichert.

 

DER BLICK IN DEN Werkzeugbau lässt erahnen, dass Wiking-Modellbau noch ausgesprochen viel Handarbeit bedeutet. Die Mitarbeiter sind gerade dabei neue Formen zu bauen, andere überholen alt gedienten Stahl. Auf den Tischen lässt sich das ein oder andere Entwurfsbauteil erhaschen – hier geht’s eben um technische Details. Spritzerei und Druckerei zeigen dann noch mehr von dem, was Seriennähe bedeutet. Die Bauteile rollen vom Band, werden von Mitarbeiterinnen emsig entgratet. In der Spritzerei wird jedes Bauteil zur Bedruckung ebenfalls mehrmals in die Hand genommen, ehe es farblich perfekt in Reih’ und Glied in den Stapelkästen zur Montage vorbereitet wird.

TATSÄCHLICH HAT sich in Sachen Handarbeit nicht viel verändert, die Produktion erweist sich beim Rundgang immer noch als höchst personalintensiv. Die neuen Maschinen können dabei allenfalls die Effizienz steigern. Wiking in Tempelhof heute – ein lebendiges Beispiel für Tradition „made in Germany“.  ©wiking-story.de

 

 

Der Käfer in 1:40? Mit Hilfe von Vorrichtungen müssen die Karosserien den Druckmaschinen zugeführt werden. So entstehen die präzisen Druckbilder.

 
 

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